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SK V., Bezirksliga, Runde 7

SK Lüdinghausen I. - SK Münster 32 V. 4 : 4

Königliches Spiel auf ritterlichem Grund

1. Josef Beutelhoff - Siegfried Stuchlik remis
2. Jan Kirchdörfer - Artur Matula remis
3. Ralf Heider - Jannik Sundorf 0 : 1
4. Dr. Jan Malte Böhm - Dr. Wolfgang Thomas remis
5. Hans Joachim Kijak - Wolf-Dieter Raschke 1 : 0
6. Michael Droste - Dr. Dieter Heckmann 1 : 0
7.  Jörg Kornmann - Meinhard Sobel 0 : 1
8. Frederik Holtel  - Ernst-Theo Goebel  remis

Mit dem Punktgewinn bei SK Lüdinghausen verteidigten wir den dritten Tabellenplatz und haben damit den Klassenerhalt endgültig geschafft, wenn wir unterstellen, dass nur zwei Mannschaften aus der sehr ausgeglichen besetzten Bezirksliga absteigen. Auch der 7. Spieltag bestätigte die hohe Leistungsdichte der höchsten Klasse auf Bezirksebene, denn sämtliche Kämpfe endeten entweder mit einem 4,5 Sieg oder einem Unentschieden. Wir selbst vermieden nur mit viel Mühe eine Niederlage beim Tabellenletzten. Ich würde es sehr bedauern, wenn diese Mannschaft abstiege, denn einen schöneren Rahmen für unser königliches Spiel als die modernen Räume auf der historischen Wasserburg Lüdinghausen (1271 erstmals erwähnt) gibt es kaum.

Nach gutem Beginn wurde es noch unerhört spannend. Artur Matula und ich trennten uns in jeweils leicht schlechteren Stellungen früh remis, bevor uns Jannik Sundorf und Meinhard Sobel mit zwei klaren, sicher heraus gespielten Siegen plus einem Remis von Wolfgang Thomas mit 3,5 : 1,5 in Führung brachten. Artur neutralisierte den weißen Druck aus der Eröffnung und verzichtete auf ein riskantes Manöver mit seiner Dame. Der junge Beutelhoff-Schüler Frederik Holtel (Jahrgang 1993) entwickelte seine Figuren sehr harmonisch mit Chancen auf einen Angriff am Königsflügel. Mit einem Bauernvorstoß im Zentrum und langer Rochade hielt ich jedoch die Partie offen und wir teilten uns den Punkt. Jannik widerlegte Ralf Heiders Albins Gegengambit souverän und gewann mit einem Angriff am Königsflügel scheinbar mühelos. Auch Meinhard widerlegte einen frühen Bauernvorstoß in Jörg Kornmanns spanischer Eröffnung und zwang ihn zu einem Damenopfer gegen Turm und Springer. Der "Rest" war dann eine Sache der Konzentration und Technik. Auch Wolfgang stand lange Zeit etwas besser, jedoch war das Bauernendspiel mit verteilten Mehrheiten auf den Flügeln nicht zu gewinnen, weil die Könige jeweils eine Bauernumwandlung blockierten. Eine "Inspektion" der restlichen drei Partien ließ uns fünf Kiebitze dann jedoch noch um einen Punktgewinn bangen, denn es drohten drei Niederlagen.

Wolf-Dieter Raschke und Dieter Heckmann hatten jeweils einen Bauern weniger und konnten ohne Gegenspiel die Niederlagen in einem Turm- bzw. Springerendspiel letztlich auch nicht abwenden. Hans Joachim Kijak und Michael Droste gewannen mit sorgfältigem und geduldigen Spiel sicher. Somit ruhten alle Hoffnungen und Befürchtungen auf den Kontrahenten am Spitzenbrett, wo sich Josef Beutelhoff (DWZ 2041) und Siegfried Stuchlik (1852) einen äußerst spannenden Kampf auf hohem Niveau lieferten. Der fünfstündige Hundertzüger wurde bis aufs Messer, d.h. die blanken Könige, ausgespielt. Man einigte sich erst aufs Remis, als Siegfried seinen Springer gegen den letzten verbliebenen Bauern von Weiß opfern konnte. Schwarz stand lange mit dem Rücken zur Wand und konnte die Partie nur durch den Lehrbuch reifen Einsatz seines "guten" Springers gegen einen "schlechten" Läufer in einem äußerst labilen Gleichgewicht halten. Ich war so beeindruckt von dem großartigen Kampf, dass ich beim Abstellen der Uhren spontan Beifall klatschte und die Freude über den Punktgewinn zum 4 : 4 und den großen Erfolg meines langjährigen Schachfreundes Siegfried genoss.