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JugendBL/Ausschreibung

Bundes- und NRW Jugendliga: .:: SJNRW-Jugendbundesliga West ::.


Im Anhang die komplette Ausschreibung für die neue Saison !
 

Die Angst vor dem Fehler

MÜNSTER Julius Virnyi war acht Jahre alt, als sein Großvater vor ihm ein Brett mit 64 Feldern und 32 Spielfiguren aufbaute. „Du lernst jetzt Schach“, sagte der Opa zum Enkel. Der Beginn einer sportlichen Erfolgsgeschichte. Denn Virnyi spielt heute Jugend-Bundesliga und sagt: „Ohne ihn würde ich nicht Schach spielen."Von Christian Rothenberg/Münst. Zeitung vom 21.09.2010

 

Die Entscheidung für den nächsten Schritt: Beim Schachspiel kann sie fatale Konsequenzen haben. Julius Virnyi weiß das besonders gut. Der 17-Jährige stieg Anfang 2010 mit dem SK Münster 32 in die Jugend-Bundesliga auf. (Foto: Rothenberg)

Aber der Anfang war kein leichter. Denn die Geduld des Achtjährigen stieß schnell an ihre Grenzen. „Es fiel mir schwer, mich zu konzentrieren“, erinnert er sich. „Aber meine Eltern haben mich immer wieder zu Opa geschickt.“ Und Schritt für Schritt lehrte der Alte den Jungen. Die Grundlagen, die Figuren, die Spielzüge. Bloß nichts überstürzen. Denn: Wer zu ungeduldig ist, verliert schnell die Lust. Schach braucht Zeit.

Eine Leidenschaft entwickelt sich

Und als nach einer Weile die ersten Züge gelangen, begann es Virnyi wirklich Spaß zu machen. Er las nun Bücher wie „Denke wie der Großmeister“, spielte in der Schach-AG der Schule und weil dessen Leiter auch Jugendwart vom SK Münster 32 war, ab 2004 im Verein. Mit Erfolg: Bei einem Turnier in Wewelsburg wurde der an Position 70 Gesetzte Fünfter. „Ein entscheidender Schub. Da ging’s richtig los.“

Julius Virnyi verabredete sich auch noch regelmäßig mit seinem Großvater zum Schach, als er ab 2006 Verbands-Jugendliga spielte. Er professionalisiert sich zunehmend, studierte fortan das Spiel des jeweils nächsten Gegners mit einer Datenbank. „Um ihn besser einschätzen zu können“, erklärt er. Auch sechsstündige Marathon-Spiele erlebte er nun häufiger. „Da dauert ein Zug auch mal eine halbe Stunde. Ein Fehler und alles ist vorbei“, sagt er. „Deshalb haben auch schon viele aufgehört mit Schach.“

Diszipliniert und konzentriert in die Bundesliga

Er bleibt daher samstags Abends zuhause, wenn er sonntags spielen muss. „Ich muss fit sein, um mich zu konzentrieren. Denn im Spiel rechne ich alles durch, alle denkbaren Spielzüge und ihre Konsequenzen. Das ist wie ein Selbstgespräch. Deswegen ist am Brett auch absolute Stille.“

Ab 2007 spielten Virnyi und Co. in der NRW-Liga. Was im ersten Anlauf noch knapp scheiterte, klappte zwei Saisons später: der Aufstieg in die höchste deutsche Jugend-Klasse. „Ein Traum“, schwärmt er. Das erste Spiel gegen Paderborn ging zwar knapp verloren, aber der 17-Jährige ist zuversichtlich. „Wir wollen unter die ersten Drei, um uns für die Deutsche Vereinsmeisterschaft zu qualifizieren. Ein großes Ziel, aber absolut realisierbar“, findet er. Und der Großvater? Er ermuntere ihn immer noch zum Training, so Virnyi. Und erinnert ihn regelmäßig daran, wie das mit dem Schach alles einmal begonnen hat.


 

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