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Presseresonanz

Liebe Sportsfreunde, mit Interesse habe ich Ihren Artikel über den 1. FC Köln/ Frauen in der JVA Köln

gelesen. Wir vom Schachverein in Münster besuchen auch (mit Unterbrechung seit den

80iger Jahre)regelmäßig jeden Mittwoch die JVA Münster, wo wir 1,5 Stunden

zum Schachspielen "hingehen".

MfG Thomas Schlagheck - Schachklub Münster 32

 

Guten Morgen Herr Schlagheck,

es freut uns sehr zu lesen, dass Sie sich so sehr für den Artikel interessiert haben.
Noch mehr freut es uns aber, dass Sie und Ihr Verein seit so vielen Jahren ein solches Engagement zeigen, was das Thema "Resozialisierung" angeht.
Dafür möchten wir Ihnen unseren größten Respekt und Achtung aussprechen - denn so ein Engagement ist nicht selbstverständlich und wirklich etwas Besonderes.
Liebe Grüße und einen angenehmen Tag,
Lena Kandler

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Sport-Informations-Dienst (SID)

„Mer stonn zo dir“ – Stiftung 1. FC Köln engagiert sich für Frauen-Team der JVA Köln

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Köln/Hennef
(pps) – Eine Trainingseinheit hinter Gefängnismauern absolvierten Ende
September insgesamt elf Spielerinnen der Frauen-Bundesliga-Mannschaft
des 1. FC Köln. Zusammen mit Co-Trainerin und Teammanagerin Bianca Rech
kamen die Akteurinnen in die Justizvollzugsanstalt (JVA) im Kölner
Stadtteil Ossendorf, um mit den dort an der Resozialisierungsinitiative
„Anstoß für ein neues Leben“ teilnehmenden Frauen eine gemeinsame
Übungseinheit durchzuführen. Anschließend blieb bei einem gemeinsamen
Barbecue und einem Rundgang durch die Haftanstalt viel Zeit für
Gespräche. Die Stiftung 1. FC Köln hat für das Frauen-Team der
Haftanstalt eine Patenschaft übernommen.

Als sich kurz nach 10.00 Uhr die schwere Eingangstür hinter den
Spielerinnen des 1. FC Köln schloss, betraten die jungen Frauen eine
andere, für sie neue Lebenswelt. Durch die langen Flure der in den
1960er-Jahren erbauten Justizvollzugsanstalt ging es direkt auf den
Sportplatz. Statt saftigem Grün erwartete die Aktiven ein etwa 80 mal 20
Meter großes Tartan-Spielfeld. „Unsere Spielerinnen haben sich seit Tagen auf den Besuch gefreut und vorbereitet“, sagte Frank Prösdorf. Zusammen mit seiner Kollegin Ileana Wünsche
organisiert Prösdorf den Sportbetrieb in der mit etwa 1.200 Haftplätzen
größten geschlossenen Vollzugseinrichtung in Nordrhein-Westfalen. Die
Trainingseinheit mit den prominenten Gästen war für die Spielerinnen der
Haftanstalt und ihre Betreuer etwas ganz besonderes. „Die Spielerinnen wurden für den Vormittag eigens vom Schulunterricht und ihrer Ausbildung freigestellt“, berichtete Prösdorf.

Ziel: Wiedersehen außerhalb der Gefängnismauern

Als Ex-Nationalspielerin Rech (20 A-Länderspiele) nach etwa 90
Minuten die Praxiseinheit beendete, lagen Dribbling- und
Torschussübungen hinter der insgesamt 20 Spielerinnen umfassenden
Trainingsgruppe. Auch ein Abschlussspiel durfte nicht fehlen. Direkt im
Anschluss ging es zum gemeinsamen Barbecue in einen nahen Innenhof.
Schnell kamen die Akteurinnen miteinander ins Gespräch, berichteten sich
von ihrem jeweiligen Lebensalltag.

Der Besuch in der Haftanstalt war für die Bundesliga-Spielerinnen mehr als eine Selbstverständlichkeit. „Wir engagieren uns seit fünf Jahren mit der FC-Stiftung in vier Schwerpunktbereichen in und für unsere Heimatstadt Köln“, so Stiftungsmanagerin Nicole Fischer. „Gemeinsam
mit der Sepp-Herberger-Stiftung und der Bundesagentur für Arbeit
möchten wir hier in der Haftanstalt künftig mit dazu beitragen, dass für
die Frauen der ‚Anstoß für ein neues Leben‘ gegeben wird“
, sagte
Fischer. Beim anschließenden Rundgang durch die Wohngruppe und die
unterschiedlichen Betriebseinrichtungen lernten die FC-Spielerinnen den
Lebensalltag ihrer Trainingspartnerinnen noch besser kennen. „Der Besuch hier hat mich sehr beeindruckt“,
sagte eine von ihnen. Die Patenschaft über die JVA-Mannschaft ist
langfristig verabredet, die nächsten Termine in der Haftanstalt sind
bereits in Planung. Aber auch eine Einladung zum Gegenbesuch ist bereits
ausgesprochen. Alle hoffen auf ein Wiedersehen bei einem Spiel am
Geißbockheim – außerhalb der Gefängnismauern.

 

Schach in der JVA: Erste Züge Richtung Freiheit

Von Florian Habersack am 12.11.2009 16:40 Uhr

MÜNSTER Der Raum ist eng bemessen. Gut 30 Zentimeter nach vorne – genauso viel Platz in der Breite. Und doch bewegt sich Hugo S.* einmal in der Woche in einer Welt mit unbegrenzten Möglichkeiten. Er besucht den Schachkurs in der JVA Münster. Eine Freiheit, die er seit sieben Monaten nicht mehr kennt. So lange sitzt er nun schon im Gefängnis.

Jeden Mittwochabend öffnet sich für Hugo S. die Tür zum Aufenthaltsraum. Auf den Tischen stehen die karierten Bretter mit den 32 Figuren, die darauf warten, wieder bewegt zu werden.

Hugo S. sucht sich einen Mithäftling zum Spiel. Ruhe, Konzentration, der Wille, keinen dummen Fehler zu machen: Beide Spieler genießen es, ihre Köpfe anzustrengen und für die Dauer des Spiels zu vergessen, dass sie in der Realität derzeit matt gesetzt sind. Hugo S. sagt: „Es ist wichtig für mich, diese Abwechslung zu haben. Ich fühle mich dann etwas freier.“ Aus freien Stücken findet Thomas Schlagheck (Foto) jede Woche den Weg in den Knast. Der 1. Vorsitzende des münsterschen Schachklubs SK 32 leitet seit einem Jahr den Kurs. Bereits in den 80er Jahren rief der SK 32 das Angebot ins Leben. Dann lag es einige Jahre brach, weil die Initiatoren zu alt wurden.

Schlagheck griff die alte Idee wieder auf. Mit Erfolg. Die Häftlinge zeigten großes Interesse und bewarben sich. Zwölf Gefangene nehmen derzeit am Schach-Kurs teil.

Der erste Kontakt

Als Schlagheck zum ersten Mal den Schachraum in der JVA betrat, beschlich ihn ein mulmiges Gefühl. Er erinnert sich: „Etwas kontaktscheu war ich zu Beginn schon. Man weiß, dass es einen Grund gibt, warum die Männer dort einsitzen.“
Aber das Eis ist bald gebrochen – das Schachspiel die Brücke in die Welt der Häftlinge. Die Atmosphäre ist gelöst. Die Teilnehmer unterhalten sich angeregt. Fachsimpeln oder erzählen sich von privaten Dingen. Schlagheck sagt: „Ich habe schnell vergessen, in was für einer speziellen Gruppe ich mich befinde.“ Ab und zu schaut ein Wärter vorbei – mitgespielt hat ein Aufseher bislang noch nicht. Von Anfang 20 bis Ende 50 sind die Häftlinge alt. Zweidrittel von ihnen sind aus dem osteuropäischen Raum. Schach ist dort eine Art Volkssport.

Auch Hugo S. spielt seit seinem zehnten Lebensjahr. Er sagt: „Es ist mir nicht wichtig, zu gewinnen. Aber ich bin einer der besten Spieler und verliere fast nie.“ Hugo S. hat auch schon vor seiner Zeit in der JVA Schach gespielt und sich dadurch Fähigkeiten erarbeitet, die bei manchen Mitgefangenen noch nicht so ausgeprägt sind: Schach erfordert Disziplin und viel Geduld. Die Häftlinge müssen lernen, zu verlieren. Und: zielgerichtet zu denken, einen Plan zu verfolgen und diesen zu Ende zu bringen.

Vorfreude belebt

Als Schlagheck die ersten Kurse leitete, bemerkte er, dass „viele Gefangene sehr ungeduldig waren“. Schach ist eine Schule für den Kopf und gut für die Seele. Hugo S. sagt: „In den Momenten am Schachbrett fühle ich mich richtig entspannt.“
Er kann nicht jede Woche am Kurs teilnehmen. Es kommt vor, dass der 34-Jährige für die Wäscheausgabe eingeteilt ist. Auch eine Ablenkung, aber eben nicht sehr geistreich. Der Mann, der in seiner Zelle gerne liest und zeichnet, braucht die Herausforderung: „Ich kann es kaum erwarten bis zum nächsten Kurs.“ Nach eineinhalb Stunden tritt Schlagheck durch das Gefängnistor. Er steigt in sein Auto auf der Gartenstraße, fährt zu seiner Familie. Hugo S. geht in seine Zelle. Er blickt auf die Freiheit hinter dem vergitterten Fenster und denkt nach. Über das, was er im Schachspiel gerade richtig gemacht hat – und über die falschen Züge, die ihm in seinem Leben unterlaufen sind.