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DM 2011 in Bonn: Endstand, Bericht

Bei den diesjährigen Dt. Meisterschaften in Bonn ist Martin Molinaroli mit von der Partie.

Endstand
1. Khenkin,Igor GM 6.5 2488 48.0
2. Gustafsson,Jan GM 6.5 2480 47.5
3. Fridman,Daniel GM 6.0 2471 48.5
4. Buhmann,Rainer GM 6.0 2462 46.5
5. Gschnitzer,Oswald,Dr. IM 6.0 2437 42.5
6. Stern,René IM 5.5 2498 50.0
7. Huschenbeth,Niclas IM 5.5 2450 44.0
8. Siebrecht,Sebastian GM 5.5 2425 44.5
9. Seel,Christian IM 5.5 2358 41.0
10. Svane,Rasmus 5.0 2442 44.5
11. Tischbierek,Raj GM 5.0 2421 45.0
12. Jugelt,Tobias IM 4.5 2407 42.5
13. Kummerow,Heiko FM 4.5 2399 43.0
14. Rietze,Clemens 4.5 2393 39.5
15. André,Gordon 4.5 2392 42.5
16. Vatter,Hans-Joachim FM 4.5 2382 43.0
17. Bastian,Herbert IM 4.5 2351 36.5
18. Lubbe,Nikolas 4.5 2346 35.0
19. Krassowizkij,Jaroslaw 4.5 2329 36.5
20. Poetsch,Hagen FM 4.5 2297 31.5
21. Müller,Oliver C. FM 4.0 2431 41.5
22. Mertens,Heiko 4.0 2395 39.5
23. Krause,Ullrich FM 4.0 2344 34.0
24. Dranov,Aleksandr 4.0 2336 37.0
25. Seger,Rüdiger IM 4.0 2300 30.0
26. Strache,Michael 3.5 2413 40.5
27. Molinaroli, Martin 3.5 2379 38.5
28. Bracker,Frank 3.5 2356 37.5
29. Zill,Christoph FM 3.5 2337 33.0
30. Kessler,Andreas 3.0 2375 35.0
31. Lederle,Vitus 3.0 2337 31.0
32. Pitschka,Claus FM 2.5 2350 34.5
33. Bindrich,Falko GM 2.0 2426 41.0
Dispalifiziert: Natsidis,Christoph

Hier der Link : http://www.dem-2011.de/?p=172

Kleiner Bericht von der Deutschen Einzelmeisterschaft von Martin Molinaroli.
Igor Khenkin und Sarah Hoolt Deutsche Schach Einzelmeister/in 2011.

Nach meiner Qualififzierung über die NRW-Meisterschaft, ging es also am
25.05 nach Bonn.
Der Deutsche Schachbund hatte eingeladen in einem Turnier mit 34
Teilnehmern den Deutschen Meister zu ermitteln.
Das ich damit nicht viel zu tun haben würde war mir mit Startnummer 28
eh klar. Unter den Teilnehmern waren mit Igor Khenkin, Jan Gustaffson und Daniel Fridmann ein paar 2600+ Hochkaräter.

Trotzdem hoffte ich auf ein paar gute Partien mit eine paar Punkten.

In der Vorbesprechung, an der ich wegen Anreisestress allerding nicht
teilnehmen konnte, wurde vom Schiedsrichter noch einmal auf die Regularien und insbesondere auf die Null-Karenzzeit hingewiesen.

Nach dem Anreisetag ging es also am Donnerstag um 14.00 Uhr mit der 1.
Runde richtig los, mein Gegner IM Oswald Gschnitzer war mir aufgrund der Setzung (1. Turnierhälfte gegen die Zweite) bekannt, nur die Farbe wurde gelost.

Meine Eröffnugswahl, eine Nebenvariante des sizilianischen Grand-Prix-Angriffes beeindruckte meinen Gegner aber nicht, ich spielte viel zu harmlos und wurde von Ihm Lehrbuchmässig
geknebelt. 0:1

Natürlich war ich mit meinem Spiel nicht zufrieden, die Laune unten aber
trotzdem wollte ich gerne mit meinen Gegner analysieren. So dachte ich, aber plötzlich, nur wenige Sekunden nach unserem Händeschüttelns, teilte mir der
Schiedsrichter mit, dass ich zur Dopingprobe müßte.
Stimmt, da war doch was, hatte ich (wie auch alle andere Spieler) eine Verpflichtungserklärung vor dem Turnier unterschrieben, die dieses Verfahren in Aussicht gestellt hatte.

Und klar, wenn erwischt es, den "Titelfavoriten" Martin Molinaroli.
Ich erspare Euch die unwürdigen Details auf der Toilette, aber wer sich
diese Verfahren für das Schach ausgedacht hat der sollte....

Naja, leider gab es im Laufe des Turniers Verhalten von Schachspielern,
die offenbar nach einer Verschärfung der Regeln winseln.

Als Abschluss eines "perfekten Tages", hatte ich noch bei einer Freizeitaktivität einen schönen Sturz, bei dem ich mir den Zeh brach und einige andere Extremitäten in Mitleidenschaft gezogen wurden, weshalb ich vortan nur noch an das Brett humpeln konnte. Bei jeder andere Sportart wäre sofort Ende gewesen.

Wenn das Leben nicht schlimmer werden kann, dann kann mann auch in Runde 2 gegen einen frischen IM (Hagen Poetsch) mit Elo 2400+ geschlossen Caro-Cann mit Sa6 spielen.
Und tatsächlich die jungen Spieler kennen doch nicht alles. Nach einem
merkwürdigen Damenmanöver fand sich die weisse Dame eingekerkert auf h4. Sieg und Punktausgleich.

Jetzt zu einem Ereignis, welches die Gemüter erregte. Zu Beginn der
zweiten Runde war der Spieler Christoph Natsidis
zu spät erschienen (verschlafen). Gemäß der Regeln hätte er genullt
werden müssen, der Schiedsrichter Ralph Alt liess aber Gnade vor Recht ergehen und Umging den Partieverlust durch einen ca. 8 Minuten späteren Beginn der ganzen Runde.
Der Spieler wurde per Telefon gerufen.

Offenbar schätzten nun einige Spieler die Regelauslegung als eher weich
ein, denn ich Runde 4 ereilte GM Falko Bindrich ein anderes Schicksal. Ebenfalls geringfügigst zu spät (1 Minute, aber Runde gestartet), eröffnete Ihm der Schiedsrichter, dass er die Partie kampflos verloren hätte. Auch sein Gegener wollte spielen, aber diesemal wurden die Regelen in aller Härte vollzogen.

Ich möchte mich an einer Beruteilung nicht beteiligen, allerdings wurde
und wird dieser Vorfall sehr kontrovers diskutiert. In der Folge stieg Falko Bindrich unter Protest aus dem Turnier aus.

In der dritten Runde verlor ich übrigens in Gewinnstellung gegen IM Seel.

An der Tabellenspitze sammelten sich zunehmend die Favoriten, allein der
Vorjahresmeister Niclas Huschenbeth lag etwas dahinter. In einer sehr spannende Partie der Runde 6, die allerdings komplett aus der Konserve (Vorbereitung mit Computer) gespielt wurde, schlug er Jan Gustaffson.

Erwähnenstwert war auch der erst 14 jährige Spieler  Rasmus Svane, der
eine IM-Norm erzielte und der auch Jan Gustaffson auf der Schippe hatte (Dame gegen 3 Figuren). Von ihm werden wir bestimmt noch viel Gutes hören.

Schachlich fand ich die meisten Partien der Turnierteilnehmer
interessant bis sehr spannend.

Da ich Eure Aufmerksamkeit und den Platz hier nicht überstrapazieren
möchte, noch ein paar Worte zu meinen restlichen Partien.
Ich konnte zwischenzeitlich eine Miniserie mit zwei weiterern
Scharzsiegen hinlegen was zusammen mit den anderen Partien
nachher zu insgesamt 3,5 Punkten aus 9 Partien führte, welches ziemlich
genau mein Erwartungswert in diesem Turnier war.

So muss ich unter Berücksichtigung aller Umstände mit dem Ergebnis
zufrieden sein, schachlich ärgerlich war die Verlustpartie
gegen IM Seel.

Da ich am letzten Tag aufgrund eines geplanten Arztbesuches und des
Remisangebotes meines Gegeners Bonn früh verließ,
bekam ich den Hammer des Turniers nicht live mit.
Der Teilnehmer Natsidis (s. Runde 2) hatte wohl sein Handy zur
Partieanalyse gegen GM Siebrecht genutzt und wurde
genullt.

Das war es, was mich im total enttäuscht hat, Spieler die Mogeln und das
schöne Spiel kaputt machen und außerdem dafür
Sorgen dass Befürworter für schärfere Regularien (Null-Karrenzeit,
Dopingproben etc.) Futter erhalten.

Pfui, ich hoffe der Spieler wird lange gesperrt.

Genug Gründe also für mich, dass mir das Turnier lange in Erinnerung
bleiben wird, genau wie vielen Anderen, die die Geschehnisse
z.B. auf schach-welt  disktuieren.

Meinen Glückwunsch an Igor Khenkin, der das Turnier bei den Herren
gewann und an Sarah Hoolt, die die parallel durchgeführte
Meisterchcaft der Damen gewann gewann!

Also mein Aufruf an alle, die das Spiel lieben.
Habt Spass und spielt fair!

Euer Martin

Spiellokal : Ibis-Hotel, Vorgebirgsstraße 33, 53119 Bonn; Tel.: 0228/606601

Modus : 9 Runden Schweizer System. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für

40 Züge. Nach der ersten Zeitkontrolle erhält jeder Spieler für die verbleibenden

Züge 30 Minuten zu seiner vorhandenen Bedenkzeit hinzugefügt.

In jeder Zeitphase erhält der Spieler 30 Sekunden je Zug zu seiner

Bedenkzeit hinzugefügt.

Runden :

Do. 26.11.11 bis

Do. 02.06.11: 14.00 Uhr: Runden 1 bis 8

Fr. 03.06.11: 11.00 Uhr: Runde 9

19.00 Uhr Siegerehrung mit Abschlussbankett

So. 04.06.11: Bundeskongress des Deutschen

Schachbundes, Abreise