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Erfahrungsbericht BFD 2019/2020 - Elyse

Wie ist ein BFD in einem Schachverein? - Meine Erfahrungen

Hi,

Ich bin Elyse und 18 Jahre alt. Im letzten Jahr habe ich mein Abitur gemacht und da ich mir noch nicht zu 100% sicher war, was ich machen wollte, habe ich mich für einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) entschieden. Das Ziel hierbei war, dass ich meine Persönlichkeit weiterentwickle und offener werde.

Mit diesem Bericht möchte ich euch einen Einblick in meine Aufgaben im Verein geben:

Mein größter Aufgabenbereich waren die Schach AGs in unterschiedlichen Schulen und Regionen von Münster. Dies hat zur Folge, dass alle AGs unterschiedlich sind und es so auch nie langweilig werden konnte.

So hatte ich in meiner Zeit bis jetzt in 4 Grundschulen 9 unterschiedliche Gruppenzusammensetzungen, die alle leicht unterschiedliche Ansprüche und Erwartungen hatten. Zum Beispiel war bei manchen ein sehr großes Interesse an Turnieren teilzunehmen vorhanden. So hatte ich das Glück mit einer Gruppe zu den Schulstadtmeisterschaften der Grundschulen zu fahren. Bei diesem Turnier hatten alle riesigen Spaß und konnten viele neue Erfahrungen sammeln. Auch für mich war dies eine kleine Herausforderung. Dabei hat die Schule mich unterstützt und den größten Teil der Planung übernommen, allerdings hatte ich die Verantwortung vor Ort. Zum einen musste ich die Spielstärke der Kinder einschätzen, damit sie auch Chancen hatten und nicht immer einen zu starken Gegner bekamen. Das andere war die Organisation mit den Eltern, zum Beispiel wie alle Kinder nachher wieder zurückkommen.

Es gibt auch eine Schach AG an einer weiterführenden Schule, welche ich zur Verbesserung des Umgangs mit pubertierenden Kindern nutzen konnte. So mussten Lösungen für Probleme - zum Beispiel, dass nicht jeder gegen jeden spielen wollten - gelöst werden. Ein Erfolgserlebnis für die Kinder war hierbei die Weihnachtsfeier, die sie zum größten Teil selbst organisieren konnten.

Die letzte Mini-AG war an einer Kita. Dabei hatte ich Unterstützung von einer Erzieherin. Hier habe ich gelernt, wie viel manche Kinder bereits in so jungem Alter verstehen und umsetzen können. Auch wenn sie noch nicht richtig Schach spielen können, haben sie mithilfe kleiner Spiele die Figuren kennengelernt.

Was mir am besten an den AGs gefallen hat, war die Freiheit sie selbst nach meinen Ideen zu gestalten. Wenn ich allerdings Hilfe brauchte, konnte ich immer welche im Verein finden.

Mein zweiter großer Aufgabenbereich ist das Jugendtraining im SK Münster 32. Dabei habe ich zwei Gruppen geleitet. Bis ich allerdings selbst zufrieden war mit dem Training war es ein langer Weg. Denn dies war eine ganz neue Erfahrung für mich, vor allem, weil ich selbst noch nicht so viel Training bekommen hatte. Bei der Trainingsgestaltung und -durchführung wurde ich aber viel unterstützt. Auch habe ich die Möglichkeit bekommen einen C-Trainer-Schein zu machen, bei dem ich die Trainerrolle nochmal auf andere Art lernen konnte. All dies hat dazu geführt, dass ich inzwischen zufrieden mit meinem Training bin. Der Erfolg zeigt sich vor allem, wenn die Kinder das Gelernte anwenden. Dies zu sehen bereitet mir große Freude.

Die letzte Aufgabe ist es die Kinder aus dem Vereinen zu Turnieren zu begleiten. Dies habe ich allerdings aus zeitlichen Gründen nur selten gemacht. Es ist aber eine sehr besondere Aufgabe, denn als Begleitperson habe ich viel Verantwortung getragen.

Eine weitere positive Sache konnte ich noch erleben. Im Verlauf des BFDs ist es verpflichtend -neben den Bildungstagen, die vom Landessortbund NRW gestellt werden (15 Tage aufgeteilt auf 3 Wochen) - noch 10 weitere freie Bildungstage zu absolvieren. Dabei hat der Verein mir freie Wahl gelassen, womit ich mich bei diesen Bildungstagen beschäftige möchte. Ich habe mich für eine C-Trainer Ausbildung entschieden. Diese hatte zwar einen relativ hohen Aufwand, denn sie hat in München stadtgefunden (in NRW war zu dieser Zeit kein Angebot vorhanden), allerdings konnte ich so auch in die Strukturen des Bayrischen Schachverbandes hineinschnuppern und auch neue Kontaktpersonen kennenlernen.

 

Mein Fazit über das BFD bis jetzt ist, dass ich positiv überrascht bin. So hat es all meine Erwartungen übertroffen. Ich konnte zum Beispiel meinen Wunsch eines C-Trainer-Scheins realisieren. Aber auch die Schach AGs heben mich überrascht und ich habe viel gelehrt. Auch hat sich mein Verhalten als Autoritätsperson verbessert über die bisherigen Monate. So bin ich bereits etwas offener geworden und habe gelernt mehr Verantwortung zu übernehmen.

Für mich war die Entscheidung ein BFD beim SK 32 zu machen auf jeden Fall die beste, die ich treffen konnte.